Gurdjieff Movements

Einladung

Mit ihrem besonderen Zauber und ihrer Herausforderung entführen uns die heiligen Tänze von Gurdjieff in einen meditativen Raum der Achtsamkeit und Disziplin, der Wahrnehmung und des Fühlens, der Selbsterkenntnis und Stille. 

Das gemeinsame Bewegen und Tanzen in der Gruppe unterstützt und trägt uns in der Begegnung mit Freude und Ungeduld, Selbstbildern und Idealen, der Lust am Bewegen und den automatischen, eingefahrenen Bewegungsmustern, der Sehnsucht nach Ausgeglichenheit und Harmonie. 

Erfahrung und Bewegung im Innern

"Diese Bewegung ist doch so einfach ... denke ich ... und doch gelingt sie mir nicht. Mein Herz pocht und ist aufgeregt, ich schwitze, meine Bewegungen sind unbeholfen und chaotisch. Ich spüre das ich will, doch zu sehr mit dem Kopf. Ich gebe dem Kopf eine Aufgabe - ich sage zu ihm: 'Zähle, lausche, bleibe wach und aufmerksam, sammle deine Energie. Ja ... so ist es gut ...' Ich nehme wahr, wie das Herz schon ruhiger wird. Ich lasse den Atem fließen, bis in die Füße, spüre sie, spüre den Boden, den Halt. Die Aufregung legt sich, das Herz wird immer ruhiger, immer stiller und immer wacher. Der Blick weitet sich. Ich beginne die Gruppe um mich wahrzunehmen, ihre Kraft und Unterstützung anzunehmen. Ich beginne die Musik und die Anleitung wahrzunehmen, wie sie mich trägt und hält und begleitet - auch fordert und zügelt ganz da zu sein. Ja ... nun ist es das Herz das "will" ... ganz still und einfach und ruhig, gesammelt und in Frieden, voller Kraft. Die Bewegung geschieht. Ein Moment der Gnade und Harmonie."

Stimmen von Teilnehmern

"Immer wieder ist es die Tiefe der Erfahrung und die Schönheit der Bewegungen, die mich anziehen. Die Erfahrung mit den Bewegungen, dem Tanz, ist wie das Leben: wir sind verwirrt. Wir sind konfus. Wir wissen nicht, was wir tun. Und wir stolpern weiter - und lernen etwas über uns und über das Leben. Heute las ich einen Satz, der mich berührte: Es gibt etwas zwischen dem Affen und dem Menschen: das sind Wir. Und Gurdjieff gibt uns Werkzeug für den Weg vom Wir zum Menschen."

"Was an diesem Workshop-Wochenende in mir und mit mir geschah, war intensiv, vielschichtig, tiefgreifend. Die Fülle an Aha-Erlebnissen an diesem Wochenende werde ich in mir tragen und weiter beobachten, was sie in mir bewirken. Sie erfüllen mich mit Demut, Freude und Dankbarkeit. Danke Ekant und danke Gruppe für diese Schatz- und Werkzeugkiste."

"Ich werde innerlich weit, vergesse die Zeit, gebe mich hinein in die Auseinandersetzung mit meinen Möglichkeiten und Grenzen und erfahre mich eingebettet im DaSEIN. Rilke würde sagen: 'wie ist das klein, womit wir ringen; wie ist das groß, was mit uns ringt. Ließen wir, ähnlicher den Dingen, uns so vom großen Sturm bezwingen, wir würden weit und namenlos. Was wir besiegen ist das Kleine und der Erfolg selbst macht uns klein. Das Ewige und Ungemeine will nicht von uns gebogen sein.' Die Erfahrung in der Kraft der Gruppe, das getragen, ehalten, miteinander SEIN potenziert sich mit jedem, der dazu kommt."

Beschreibung des Seminars "The Movements - Eine spirituelle Praxis"

Wir beginnen das Wochenende in Hamburg am Freitag mit einem offenen Abend - wir stimmen uns ein, lernen einzelne Elemente der Arbeit kennen und lassen das Thema des Wochenendes ein erstes Mal anklingen. Am Freitag Abend sind alle Willkommen, die die Gurdjieff-Arbeit und uns gern kennenlernen möchten.  

Am Samstag und Sonntag nutzen wir verschiedene Werkzeuge, um uns immer wieder unserer selbst zu erinnern, unsere Selbstbilder zu erkennen, unsere Identifikationen zu sehen. Wir wollen uns selbst sehen wie wir sind - ohne Urteil, ohne Wertung, ohne Lob und Tadel - einfach sehen. Das Thema gibt uns Orientierung und Verankerung. Wir nutzen einstimmende Übungen, vertiefende Meditationen, Selbstbeobachtung, den Austausch in der Gruppe, gemeinsames Essen, Tagesaufgaben. All das bildet den Rahmen um das zentrale Thema der Gurdjieff-Bewegungen.

Die Gurdjieff Bewegungen sind Tänze und Meditationen in Bewegung, die G.I. Gurdjieff entworfen hat. Diese Bewegungen werden in einer Gruppe geübt und getanzt. Eine Bewegung besteht aus mehreren im Grunde einfachen, oft aber ungewohnten Bewegungsabläufen der einzelnen Körperteile – Füße, Arme, Kopf, Rumpf etc. Im Zusammenspiel ergeben sie ein teilweise komplexes und meist wunderschönes Bild und stellen den Tanzenden vor eine große Herausforderung. Oft werden wir gewahr, dass die Koordination von verschiedenen Bewegungen des eigenen Körpers doch nicht so ganz einfach ist wie gedacht. Gebe ich mich diesen Bewegungen ganz hin und bleibe dabei wach, aufmerksam und entspannt, erlebe ich Momente einer besonderen inneren Balance, Harmonie und Ausgeglichenheit, die weitreichende und tiefgehende Konsequenzen auf mein Dasein im Alltag haben kann.

Jede der Gurdjieff-Bewegungen hat eine ihr innewohnende Stimmung, Kraft und tiefere Bedeutung, die nur in der Bewegung selbst erfahren werden kann. Es gibt mehrere hundert Bewegungen und vorbereitende Übungen zu den unterschiedlichsten Archetypen.

Die Musik zu den Bewegungen ist ebenfalls von Gurdjieff erschaffen worden. Sie ist zumeist Klavier- und manchmal auch Orchestermusik, sie trägt ihre ganz eigene Stimmung und Vibration, große Tiefe und Klarheit.

Wir laden dich ein, mit uns und der Gruppe gemeinsam die Gurdjieff-Bewegungen zu erkunden und zu erfahren, den eigenen Körper besser kennenzulernen und die inneren Bewegungen der Seele dabei zu beobachten. Die Praxis der Gurdjieff-Bewegungen führt zurück tief in die eigene Mitte – zurück zur Stille des Herzens.

Hintergrund "Arbeit an sich selbst"

Die Arbeit im Sinne der Gurdjieff-Lehre wird oft als "Der vierte Weg" bezeichnet. Im Grunde ist es die Weiterentwicklung der traditionellen Wege des Mönchs, des Fakirs und des Yogi. Gurdjieffs Arbeit bietet uns ganz praktische Methoden mit dem Ziel, der ganzheitlichen und harmonischen Entwicklung des Menschen. Ein wesentlicher Bestandteil der inneren Arbeit ist die bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst, das beständige sich seiner Selbst-Erinnern und die Nicht-Identifikation. 

"I noticed that in a very original experience. I always have bonbons in my pocket. When I see a child I give some to it. With a child there is always someone, father, mother, aunt. Without exception they all say the same thing to the child 'What do you say?' Automatically, little by little, the child says thank you to everyone and feels nothing any more. This is idiot thing. This is merde. When a child wishes to say thank you to me, I understand it. It speaks a language which I understand. And it is that language which I love. (...) But when one says to the child 'What do you say?' one kills everything. It is merde, father, mother. They kill the child for the future. (...) I did not say that the children must change externally, but I said inside one must not identify. Each class must be educated to play a corresponding role, this is the ideal. But, inside, it is necessary to be free, without identifying oneself. It is that which is necessary. It is a very little thing. And after that life is a bed of roses. After that, some time when you are on the bed of roses, you can work with pleasue for your future."(Transcripts of Gurdjieff's meetings 1941-1946)

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